- Gesundheit & Medizin
in Sankt Augustin auf jameda
Attraktiver durch Schlaf: Mythos oder messbarer Effekt?
Das Sprichwort „Wer schön sein will, muss leiden“ legt die Frage nahe, ob genügend Schlaf eine angenehmere Alternative zur Steigerung der äußeren Attraktivität sein könnte. Hinweise sprechen dafür, dass Menschen nach ausreichendem Schlaf (etwa 8 Stunden) im Vergleich zu Schlafentzug (31 Stunden wach nach zu kurzer Nachtruhe) deutlich attraktiver wahrgenommen werden. Das überrascht kaum, da erholte Personen frischer wirken. Doch auch auf zellulärer Ebene zeigt Schlaf offenbar positive Effekte und verbessert die Hautstruktur. Darauf weist eine schwedische Studie mit gesunden Teilnehmenden im Alter von 18 bis 31 Jahren hin.
Es wird angenommen, dass Schlafmangel die Kollagenstruktur der Haut schädigt und so das Erscheinungsbild verschlechtert. Eine weitere Untersuchung mit koreanischen Frauen im durchschnittlichen Alter von 40 Jahren ergab, dass fehlender Schlaf besonders die Hautelastizität beeinträchtigt. Zudem zeigen Menschen mit späten Schlafzeiten häufig eine schlechtere Hautfeuchtigkeit, gestörte Hautbarrieren und ein unausgeglichenes Mikrobiom.
Eine chinesische Studie mit 1.178 Studierenden stellte außerdem fest, dass Schlafmangel oder unregelmäßige Schlafzeiten oft mit ungesundem Essverhalten einhergehen, etwa unregelmäßigem Frühstück. Dies kann den Body-Mass-Index (BMI) erhöhen und so Übergewicht begünstigen, was wiederum das äußere Erscheinungsbild negativ beeinflussen kann. Allerdings wirkt sich Schlaf nicht auf alle Aspekte aus: Dunkle Augenringe stehen offenbar nicht direkt mit schlechter Schlafqualität in Zusammenhang, und auch Alterungsprozesse lassen sich durch ausreichend Schlaf nicht verhindern. Insgesamt kann guter Schlaf das Aussehen verbessern, den natürlichen Alterungsprozess jedoch nicht stoppen.
Lenzen-Schulte, M.
Kann man (frau) sich schön schlafen?
Ärzteblatt
4/2024
